EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Wuppertal-Barmen von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 9. Oktober 1847 eröffnete die Bergisch-Märkische Eisenbahn- Gesellschaft (BME) ihre 10,5 Kilometer lange, eingleisige Teilstrecke zwischen Elberfeld-Döppersberg und Schwelm. Am 29. Dezember 1848 ging die 58,2 Kilometer lange Gesamtstrecke Elberfeld (heute Wuppertal Hbf) - Dortmund für den Güterverkehr und am 9. März 1849 für den Personenverkehr in Betrieb.

Das Empfangsgebäude Wuppertal-Barmen

Das mehrgliedrige, symmetrische und zweistöckige Stationsgebäude in Seitenlage wurde 1847 in Betrieb genommen. Das im Stil des Neoklassizismus aus Muschelkalk errichtete Bauwerk besaß einen Mittelbau mit zusätzlichem Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss), der durch einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit Tympanon (antikes Giebelfeld) und hohen Portalbogen mit seitlichen Faschen (vertikales Farbband oder leicht erhabenes Mauerband) als Eingangsportal hervortrat. Die Seitenflügel wurden durch etwas erhöhte, aus der Fassade vorspringende Ecktürme abgeschlossen. Im Erdgeschoss waren Rundbogen-, im Obergeschoss Rechteckfenster verbaut worden. Im Erdgeschoss befanden sich neben dem Vestibül die Warteräume der 1. und 2. sowie rechts der dritten Fahrscheinklasse. Dazu kamen Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie diverse Dienstzimmer und eine Bahnhofsgaststätte mit Buffets an den Wartesälen. Im Obergeschoss waren Wohnungen für die Bahnbediensteten entstanden. Der Hausbahnsteig war überdacht. Ein Güterschuppen befand sich westlich des Stationsgebäudes neben einem Bahnübergang. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1857 wurde auf dem Streckenabschnitt Elberfeld - Schwelm ein zweites Streckengleis verlegt. 1882 verlegten die Königlich Preußische Staatseisenbahnen (K.P.St.E.) ein drittes Gleis. Dabei erhielt das Stationsgebäude zusätzliche Anbauten. Das Eingangsportal erhielt einen Vorbau mit einem großen Eingangsportal mit einer Verglasung über den Eingangstüren sowie verzierte Türmchen. 1900 begann der viergleisige Ausbau der Strecke und damit die Trennung zwischen dem Fern- und dem Lokalverkehr. Hierfür waren kostspielige Umbaumaßnahmen für die Stützmauern erforderlich. Dadurch bedingt beschoss die K.P.St.E. den Bahnhof um 200 Meter weiter westlich versetzt am Güterbahnhof neu zu bauen, dessen Gleise nach Süden verlegt wurden. 1905 wurde der Bahnhof in Barmen Hbf umbenannt. 1911 war der Gleisumbau zwischen Unterbarmen und Oberbarmen abgeschlossen. Dabei wurde das Stationsgebäude abgerissen. Da sich die Bauarbeiten des neuen Stationsgebäudes hinauszögerten wurde ein provisorisches Gebäude errichtet. Das zweite Empfangsgebäude Am 10. Oktober 1913 wurde das symmetrische, dreigliedrige Stationsgebäude aus Muschelkalk in Seitenlage eingeweiht. Das eklektizistische, in Teilen auch moderne 84 Meter lange Gebäude nach Plänen von Behne und Ziertmann besaß einen lang gestreckten Verbindungsbau mit Uhrenturm, der von jeweils einem Seitentrakt mit Satteldach und einem Tympanon (antikes Giebelfeld) mit durch fünf Säulen gegliederte Tempelfront abschloss. Der Verbindungsbau mit Walmdach besaß mittig ein von Säulen getragenes Vordach und seitlich einstöckige Anbauten, in denen sich ein Windfang und Räume für die Post, Polizei, ein Frauenzimmer und für die Fahrpläne befanden. Hinter dem Windfang gab es eine große, mit hohen Rundbogenfenstern erhellte Eingangshalle, in der sich fünf Fahrkartenschalter, ein Gepäckschalter und Toiletten für Frauen und Männer befanden. Von hier aus hatten die Reisenden Zugang zur Gepäckabfertigung, zwei Wartesäle der ersten und zweiten Fahrkartenklasse sowie für die dritte und vierte Wagenklasse mit Nichtraucherzimmer. Hinter den Wartesälen lag ein Speiseraum mit Anrichte und für den Wirt. Der Bahnhof verfügte über eine Güterabfertigung und gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Barmen war bis 1929 eine eigenständige Stadt, ehe sie zusammen mit Elberfeld, Vohwinkel, Cronenberg und Rondsdorf zur Stadt Wuppertal wurden. Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben das Empfangsgebäude, wobei ein Seitentrakt unwiederbringlich zerstört wurde. Nach dem Krieg baute man den Bahnhof zum Teil wieder auf. Dabei wurde das östliche Portal nicht wieder hergestellt. Dadurch fehlt dem Bahnhof heute seine klassische Symmetrie. 1958 bis 1960 wurde das Empfangsgebäude umgebaut und das Innere den neuen Anforderungen angepasst. 1988 baute die DB die Gleisanlage und die Bahnsteige für den S-Bahn Betrieb um. Der Bahnhof wurde zur Haltestelle. 1991 wurde das Stationsgebäude an einen privaten Investor verkauft. 2008 kaufte ein Opernsänger das Stationsgebäude. Es wurde danach für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude steht seit 1988 unter Denkmalschutz. Der Bahnhofsvorplatz und das Stationsgebäude wurden um 2010 saniert.
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Luftaufnahme
Bilder Barmen
Bahnhof um 1875
Bahnhof von 1913
Bahnhof um 1905
Bahnhof um 1875 Bahnhof von 1913 Bahnhof um 1905

Bahnstation Wuppertal-Barmen