EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Witten-Bommern von der Gleisseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Die Bergisch-Märkische Eisenbahn- Gesellschaft eröffnete ihre Stammstrecke der Ruhrtalbahn am 1. Februar 1872. Sie führte von Düsseldorf-Oberbilk über Werden nach Kupferdreh (beide Stationen gehören heute zu Essen). In Kupferdreh vereinte sich die Ruhrtalbahn mit der schon 1847 eröffneten Strecke, die von Wuppertal-Vohwinkel nach Essen-Überruhr verlief. Die „Mittlere Ruhrtalbahn“ wurde am 28. Dezember 1869 von Bochum-Dahlhausen nach Welper eröffnet und am 1. Juni 1874 nach Hagen-Vorhalle verlängert. Durch die industrielle Situation der umliegenden Zechenbetriebe wuchs der Güterbahnhof Bommern Tal zu einem wichtigen Umschlagsort für deren Produkte. Im westlichen Bahnhofsteil lag die Zeche „Nachtigall“ und im östlichen Teil die Zeche „Vereinigte Luisenglück“ sowie im Umfeld weitere kleinere Zechen. Dadurch bedingt kam der Bahnstation eine besondere Bedeutung zu, denn von Bommern wurde die Ruhrtalbahn zweigleisig bis nach Hagen ausgebaut. Für den Personenverkehr richtete man einen Haltepunkt mit einem einstöckigen Fachwerkgebäude ein. Nur beim Schichtwechsel fuhren eine große Anzahl von Grubenarbeitern mit dem Personenzug. Um den Bewohnern von Bommern den langen Fußweg zum Bahnhof zu ersparen, wurde der Personenbahnhof 1884 an den Ortsrand verlegt.

Das Empfangsgebäude Witten-Bommern

1923 erhielt der Bahnhof sein traufenständiges, villenartiges Stationsgebäude auf kreuzförmigen, leicht asymmetrischen Grundriss mit hohen Mansardendächern im neobarocken Baustil. Der giebelständige, höhere Gebäudeteil besaß zwei Seitenflügel. Im Erdgeschoß hatte das Gebäude große, dominierende Rundbogenfenster und zum Teil vergitterte Rechteckfenster. Die Mansardendächer verfügten über zahlreiche Dachgiebel mit Fenstern. Zur Straßenseite hin gab es einen großzügigen Eingangsbereich durch den die Reisenden in die Schalterhalle gelangen konnten. Dort gab es einen Wartesaal mit Fahrkarten- und Gepäckschalter. Im Obergeschoss befanden sich Dienstwohnungen. Der Bahnhof Bommern Tal besaß neun Gleise, die durch je einen Stellwerksbau an den Bahnhofsköpfen errichtet wurden. Ein Personentunnel führte zu den zwei Mittelbahnsteigen.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1914/17 benannte man den Bahnhof in Bommern Tal um. 1925/27 wurde er in Bommern umbenannt 1946 demontierte die Deutsche Bundesbahn (DB) das zweite Streckengleis. Am 14. Mai 1950 erfolgte eine weitere Umbenennung in Witten-Bommern. Am 1. Oktober 1965 stufte die DB den Bahnhof Witten-Bommern zum Haltepunkt zurück. Das Stellwerk am westlichen Bahnhofskopf wurde abgerissen, das Östliche dient heute der DLRG als Klubhaus. Am 18. September 1966 wurde der Güterbahnhof stillgelegt. 1971 stellte die DB den Personenverkehr auf der Strecke ein. Durch die Stilllegung der Strecke 1982 wurde das zweite Gleis zurückgebaut. 2003 wurde das Gebäude von einer Kindertagesstätte genutzt. Ab 2005 verkehrte auf der Strecke zwischen Bochum-Dahlhausen und Hagen Hbf die RuhrtalBahn“ mit durch Dampfloks gezogenen Zügen. Mangels einsatzfähiger Fahrzeuge wurde der Betrieb 2019 eingestellt.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das ursprüngliche Empfangsgebäude von 1923 befindet sich nur ca. 300 Meter entfernt von dem heutigen Haltepunkt Witten-Bommern. Es ist in Privatbesitz.
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Bahnhof von 1874
Luftaufnahme
Bilder Bommern
Bahnhof von 1874